Die wichtigsten Formeln für den WQ-Teil stammen fast ausschließlich aus Rechnungswesen (REWE) und Volks- und Betriebswirtschaft (VWB). Hier findest du sie gruppiert, jede mit einem kurzen Rechenbeispiel, damit du sie nicht nur auswendig lernst, sondern auch sofort anwenden kannst. Speichere dir diese Übersicht als schnellen Nachschlage-Zettel für die letzten Lerntage vor der Prüfung.
Diese Kennzahlen zeigen, wie solide ein Unternehmen finanziert ist und ob es kurzfristig zahlungsfähig bleibt. In Situationsaufgaben bekommst du meist eine Kurzbilanz vorgegeben und musst daraus mehrere Kennzahlen gleichzeitig berechnen und bewerten.
Eigenkapitalquote
$EKQ = \dfrac{Eigenkapital}{Gesamtkapital} \times 100$
Beispiel: Eigenkapital 400.000 €, Gesamtkapital 1.000.000 € → EKQ = 40 %.
Liquidität 1. Grades (Barliquidität)
$L1 = \dfrac{fl\ddot{u}ssige\ Mittel}{kurzfristige\ Verbindlichkeiten} \times 100$
Beispiel: 50.000 € flüssige Mittel, 100.000 € kurzfristige Verbindlichkeiten → L1 = 50 %.
Liquidität 2. Grades
$L2 = \dfrac{fl\ddot{u}ssige\ Mittel + kurzfristige\ Forderungen}{kurzfristige\ Verbindlichkeiten} \times 100$
Beispiel: zusätzlich 30.000 € Forderungen → L2 = 80.000 / 100.000 = 80 %.
Liquidität 3. Grades
$L3 = \dfrac{Umlaufverm\ddot{o}gen}{kurzfristige\ Verbindlichkeiten} \times 100$
Beispiel: Umlaufvermögen 120.000 €, kurzfristige Verbindlichkeiten 100.000 € → L3 = 120 %.
Rentabilitätskennzahlen setzen den Gewinn ins Verhältnis zu Kapital oder Umsatz und sind ein Klassiker in Situationsaufgaben. Achte in Aufgaben darauf, ob nach dem Gewinn vor oder nach Steuern gefragt ist, das ändert das Ergebnis deutlich.
| Kennzahl | Formel | Aussage |
|---|---|---|
| Eigenkapitalrentabilität | $EKR = \dfrac{Gewinn}{Eigenkapital} \times 100$ | Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals |
| Gesamtkapitalrentabilität | $GKR = \dfrac{Gewinn + Fremdkapitalzinsen}{Gesamtkapital} \times 100$ | Ertragskraft des gesamten Kapitals |
| Umsatzrentabilität | $UR = \dfrac{Gewinn}{Umsatz} \times 100$ | Gewinn je Euro Umsatz |
Beispiel Eigenkapitalrentabilität: Gewinn 50.000 €, Eigenkapital 400.000 € → EKR = 12,5 %.
ROI nach DuPont-Schema
$ROI = UR \times Kapitalumschlag = \dfrac{Gewinn}{Umsatz} \times \dfrac{Umsatz}{Gesamtkapital}$
Beispiel: UR = 10 %, Kapitalumschlag = 1,5 → ROI = 15 %.
Der Cashflow zeigt, wie viel Zahlungsmittel aus dem operativen Geschäft tatsächlich erwirtschaftet wurden, unabhängig von reinen Buchgewinnen. Er ist deshalb aussagekräftiger als der reine Jahresüberschuss, weil er nicht zahlungswirksame Buchungen wie Abschreibungen wieder herausrechnet beziehungsweise hinzuaddiert.
$CF = Jahres\ddot{u}berschuss + Abschreibungen - Zuschreibungen$
Beispiel: Jahresüberschuss 80.000 €, Abschreibungen 20.000 €, keine Zuschreibungen → CF = 100.000 €.
Die Deckungsbeitragsrechnung ist Grundlage für Entscheidungen wie Zusatzaufträge oder Sortimentsbereinigung, und häufig Basis der Break-even-Analyse.
Stückdeckungsbeitrag
$db = p - k_v$
Beispiel: Verkaufspreis 50 €, variable Stückkosten 30 € → db = 20 €.
Gesamtdeckungsbeitrag
$DB = (p - k_v) \times x$
Beispiel: db = 20 €, Menge x = 1.000 Stück → DB = 20.000 €.
Break-even-Menge
$x_{BE} = \dfrac{K_{fix}}{p - k_v}$
Beispiel: Fixkosten 40.000 €, db = 20 € → x_BE = 2.000 Stück.
In der Zuschlagskalkulation und Handelskalkulation tauchen drei eng verwandte Größen auf, die gern verwechselt werden.
Kalkulationszuschlag (Handel)
$KZ = \dfrac{Verkaufspreis - Einstandspreis}{Einstandspreis} \times 100$
Beispiel: Einstandspreis 80 €, Verkaufspreis 100 € → KZ = 25 %.
Kalkulationsfaktor
$KF = \dfrac{Verkaufspreis}{Einstandspreis}$
Beispiel: gleiche Zahlen → KF = 1,25.
Handelsspanne
$HS = \dfrac{Verkaufspreis - Einstandspreis}{Verkaufspreis} \times 100$
Beispiel: gleiche Zahlen → HS = 20 %.
Merke dir den Unterschied: Zuschlag und Faktor rechnen vom Einstandspreis aus, die Handelsspanne vom Verkaufspreis. Das ist ein beliebter Fallstrick in prüfungsnahen Fragen. Bei der vollständigen Zuschlagskalkulation kommen zusätzlich Bezugskosten, Handlungskosten und Gewinnzuschlag ins Spiel, die schrittweise vom Listeneinkaufspreis zum Listenverkaufspreis führen.
Die lineare Abschreibung ist im WQ-Teil die häufigste Abschreibungsart, planmäßig und über die Nutzungsdauer gleichbleibend.
$AfA = \dfrac{Anschaffungskosten - Restwert}{Nutzungsdauer}$
Beispiel: Anschaffungskosten 20.000 €, Restwert 0 €, Nutzungsdauer 5 Jahre → AfA = 4.000 € pro Jahr.
Die Preiselastizität zeigt, wie stark die Nachfragemenge auf eine Preisänderung reagiert, und ist damit direkt mit der Umsatzwirkung verknüpft.
$\varepsilon = \dfrac{\%\Delta Nachfragemenge}{\%\Delta Preis}$
Beispiel: Preis steigt um 10 %, Nachfragemenge sinkt um 20 % → ε = -2 (elastisch).
| Wert von ε | Bezeichnung | Wirkung einer Preiserhöhung auf den Umsatz | ||
|---|---|---|---|---|
| \ | ε\ | > 1 | elastisch | Umsatz sinkt |
| \ | ε\ | < 1 | unelastisch | Umsatz steigt |
| \ | ε\ | = 1 | proportional elastisch | Umsatz bleibt gleich |
Formeln allein reichen nicht, du musst erkennen, welche Formel eine Situationsaufgabe verlangt und welche Zahlen aus dem Aufgabentext dafür überhaupt relevant sind. Viele Aufgaben liefern bewusst mehr Angaben als du brauchst, damit du erst filtern musst, bevor du rechnest. Am besten übst du das mit prüfungsnahen Fragen, die genau diese Rechenwege in einen Kontext einbetten, wie sie auch in der [CTA: WQ-Fragentrainer] Übungsdatenbank vorkommen. Eine Übersicht, welche Formeln in welchem Fach besonders häufig auftauchen, findest du in unserer Übersicht der WQ Prüfung Themen. Wenn du zusätzlich wissen willst, wie du das Rechnen in deinen Lernalltag einbaust, hilft dir unser Beitrag zum WQ Prüfungsvorbereitung Lernplan neben dem Beruf.
Die Kernformeln aus Rentabilität, Deckungsbeitrag und Kalkulation gehören zum Standardrepertoire der WQ-Prüfung. Ob dir bei deiner IHK ein Taschenrechner und Formelblatt erlaubt sind, prüfst du über die Hilfsmittelliste deiner Kammer.
Nein. Der Kalkulationszuschlag rechnet vom Einstandspreis, die Handelsspanne vom Verkaufspreis aus. Beide Werte unterscheiden sich deshalb bei identischen Ausgangszahlen.
Laut unserer Übersicht prüfungsrelevanter Themen sind Deckungsbeitrag, Zuschlagskalkulation und die Rentabilitätskennzahlen aus dem Bereich Bilanzanalyse besonders häufig vertreten.
Die lineare Abschreibung ist die häufigste Form im WQ-Teil. Je nach IHK können auch außerplanmäßige Abschreibungen oder Sonderregeln für geringwertige Wirtschaftsgüter thematisiert werden.
Nein. Der WQ-Teil gilt nicht für den Handelsfachwirt, dort gibt es eine eigene Prüfungsstruktur. Die Formelsammlung richtet sich an alle IHK-Fachwirte mit WQ-Teil, etwa Wirtschafts- oder Industriefachwirte.
Im [CTA: WQ-Fragentrainer] trainierst du prüfungsnahe Fragen mit genau diesen Formeln in realistischen Situationsaufgaben, statt nur die reine Formel zu wiederholen.
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